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meine letzte Woche in Shanghai...

Sooo, bin mal wieder umgezogen, mit der U-Bahn diesmal. Das war ein Kraftakt! Alle grinsen einen an, aber auf die Idee zu helfen kommt irgendwie niemand... Aber es hat sich gelohnt: Ich wohn jetzt beim Martin, mitten in Shanghai, hab ein Schlafzimmer mit Panoramafenster und Blick auf die Stadt aus dem 21. Stock, fein! Nein also wirklich, voll der Luxus. Hier werd ich jetzt noch eine Woche wohnen und dann flieg ich zurück nach Deutschland. Meinen Flug musste ich umbuchen, weil die guten Lufthansa-Piloten beschlossen haben genau an dem Tag zu streiken, an dem mein Rückflug sein sollte. Aber egal, passt auch. So hab ich jetzt noch eine Woche in Shanghai – frei! Nur einkaufen darf ich nix mehr, sonst wird’s knapp mit dem Gepäck... Schade, ich wollte noch so herrliche rote Lampions kaufen, die hier wegen dem Springfestival/Chinese New Year überall rumhängen. Das sieht sooo schön aus, wenns abends überall rot leuchtet, in den Bäumen, an den Straßen... ein bisschen wie Weihnachtsbeleuchtung bei uns, nur nicht kitschig, sondern einfach schön! Schöner eigentlich, aber das kann man nicht vergleichen... Dafür gefällt mir die Stimmung beim Weihnachten feiern besser, das ist irgendwie besinnlicher und feierlicher. Chinesen feiern so laut! Ist auch nett, aber ich bin halt weihnachtsgeprägt. Und naja, vielleicht kauf ich doch noch ein paar Lampions, sind ja nicht schwer, ist ja fast nur Stoff :-)! Oder halt wenigstens einen. Einen ganz kleinen. Hier ist übrigens der Frühling ausgebrochen: Die Bäumle fangen an zu blühen und die Menschen auch! Es war heute so warm, dass man im T-Shirt rumlaufen konnte! Wunderbar, das ist ein ganz anderes Lebensgefühl und so plötzlich! Hoffentlich hält das diese Woche noch und es fängt nicht an zu regnen oder so... Ich freu mich auf Deutschland! Und es ist lustig, ich weiß nicht wies kommt, aber ich merke, wie ich schon so langsam immer mehr mit Shanghai abschließe. Das ist gut. Und es ist gut, dass ich dafür so viel Zeit habe, die brauch ich. So kann ich mich ganz in Ruhe von allen und allem verabschieden. Und auch lustig: Ich fange an mein Leben in Deutschland zu vermissen! Meine lieben Leute. Und Heidelberg und sogar ein klitzekleines pupsi Bisschen die PH. Nicht wirklich. Für meine letzte Shanghai-Woche hab ich noch keine großen Pläne. Chengyuans Mama ist so lieb und zeigt mir wie man eins von meinen Lieblingsessen macht: Hühnchen mit Erdnüssen und so Krams, lecker! Und ein kleines Abschiedsessen werd ich machen. So, jetzt gehen wir Abendessen: Teppaniaki (weiß nicht ob mans so schreibt...), das hab ich noch nicht gegessen. Da ist der Tisch ein Grill und da kommen Sachen drauf. Bin gespannt! Bis bald in Deutschland!

3 Kommentare 21.2.10 13:51, kommentieren

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Das Jahr des Tigers ist da!

 

Happy new Year! Das Jahr des Tigers ist da! Das letzte war das Jahr des Ochsen. Und es schneit in Shanghai! Das hab ich noch nicht erlebt, die Straßen sind weiß! Unglaublich, aber wahr. Heute Abend waren Mare und ich bei Johannes/Chengyuans Familie zum Essen eingeladen. Chinese New Year ist hier so wie Weihnachten bei uns: Die Familie kommt zusammen, man isst und trinkt und freut sich. Das Essen war lecker und üppig, wie immer und noch mehr. Chengyuans Kusine (Angela, ihr englischer Name) und ihre Eltern waren dabei und natürlich seine Mama und er. Sein Papa ist mal wieder geschäftlich unterwegs. So langsam komm ich mir doof vor, dass ich schon seit einem halben Jahr hier bin und immer noch kein Chinesisch kann. Vielleicht muss ich es doch noch irgendwann lernen... So eine nette Familie ist das, aber echt.

Heute war also Silvester, oder besser: gestern. Jetzt liegt Schnee und das Geböller hat endlich aufgehört. Eigentlich schon um halb 1, davor gings dafür umso mehr ab! So ein Feuerwerk hab ich noch nicht erlebt!

Nach Beijing waren Mare und ich in Lijiang, in Yunnan. Sehr schön wars da. Eine gemütliche kleine alte Stadt voller Touri-Läden-trotzdem schön! Und total frühlingswettermäßig, richtig warm und voller Sonnenschein. Die Reiserei dazwischen war anstrengend und aufregend. Von Peking sind wir nach Kunming geflogen, wo wir einen Tag mit sehr netten Freunden vom Chengyuan verbracht haben. Über Nacht sind wir dann mit einem Schlafbus nach Lijiang gefahren, eingequetscht zwischen Chinesen und Schweden in Blechbüchsen haben wir versucht auf der Holperstraße zu schlafen. Als wir in Lijiang angekommen sind, haben wir ein Taxi zu Mama Naxis (eine der vielen Minderheiten in Yunnan) Guesthouse genommen und gleich weitergeschlafen. Zwei Tage haben wir dann in Lijiang gechillt, einen tollen Markt ohne Touristen erkundet und dann sind wir wandern gegangen: In der Tiger-Sprung-Schlucht, Mann war das toll! Super tolles Sommerwetter, ohne ein Wölkchen und mit richtig krasser heißer Sonne. Wir sind im T-Shirt rumgewandert mit unsrer kleinen „Wandergruppe“. Die Berge da waren so toll, beeindruckend...! Ich hab viele Fotos gemacht und die Mare auch. Bei meinem Fotos ist das Display kaputt, also hab ich nur blind geschossen. Trotzdem tolle Fotos.

Ich bin etwas beschwippst vom Neujahrssekt, den wir uns gegönnt haben.

Eigentlich wollten Mare und ich nur einen Tag wandern, aber weil wir da so lang hingefahren sind von Lijiang aus und es außerdem so wunderschön war in dieser Tiger-Sprung-Schlucht, haben wir dann doch eine Nacht in einem Berg-Guesthouse verbracht, dem 'Halfway-Guesthouse'. Am nächsten Tag war das Wetter dann total anders: Schon in der Nacht hat es angefangen wie wahnsinnig zu stürmen und dann waren da Wolken und es war richtig frisch, nix mehr mit T-Shirt-Wandern. Trotzdem sehr toll. Am Ende von unsrer Wandertour wollten wir noch richtig runter in die Schlucht steigen, haben es aber wegen unüberwindbaren krassen Wackelleitern aufgegeben. Die waren echt angsteinflößend, wackelig und mehr als steil den Berg runter. Übersteil. Mit einem kleinen Bus sind wir dann zurück zum Anfang der Schlucht gefahren, über eine Straße, die nicht wirklich eine Straße war, mehr eine Geröllhalde mit Steinschlag. Aber wir habens überlebt. War wirklich abenteuerlich und sehr aufregend, so toll! Als wir zurück in Lijiang waren, haben wir uns wieder einen Tag entspannt und sind dann nach Kunming gefahren und am nächsten Tag nach Shanghai geflogen. In Shanghai wohnen wir jetzt in der Wohnung von der Anja, einer von den Lehrerinnen aus der Schule hier. Sehr nett, dass wir hier wohnen dürfen. Sie - nicht nur sie, sondern die ganze Deutsche Schule Shanghai - hat jetzt Ferien wegen Chinese New Year und die Anja ist mit ihrem Hannes auf die Philippinen geflogen. Also haben wir jetzt die ganze tolle Wohnung für uns.

Es ist komisch wieder in Shanghai zu sein, ohne hier richtig zu wohnen, ohne eigene Wohnung. Ein bisschen traurig... sehr traurig. Meine Zeit hier geht vorbei. Je mehr mir das bewusst wird, desto trauriger werde ich. Aber ich freu mich auch. Auf meine neue Wohnung in Mannheim, die ich noch nicht kenne und auf meine neue Mitbewohnerin, die Judith, die ich gut kenne! Das wird toll. Aber Shanghai zu verlassen wird schwer. Der Abschied rückt näher, aber er ist noch nicht da.

Tjaja. Also denn, haut alles schön rein im neuen Jahr, dem Jahr des Tigers!

1 Kommentar 13.2.10 19:14, kommentieren

Schule aus! Und jetzt Beijing...

Der Abschied von den Kindern und der Schule war sehr hart und traurig und ich war verwirrt. Aber es war auch schoen und passt jetzt schon. So ist das Kapitel Deutsche Schule Shanghai nun erstmal beendet.

Aber China noch nicht! Und jetzt ist Reisezeit! Am Samstag ist die Mare in Shanghai angekommen und am Sonntag sind wir aus der WG ausgezogen. Mit dem Nachtzug sind wir jetzt nach Peking gefahren und noch ein wenig geschlaucht. Grossraum-Schlafwagen, ein Erlebnis! Leider nicht wirklich erholsam, deswegen haben wir eben im Hostel erstmal ein wenig geruht. Morgen gehts dann los mit Sightseeing. Erstmal ist die Verbotene Stadt dran, am Mittwoch dann die Mauer! Ich freu mich schon! Hab einen Peking-Insider, der uns Tipps gibt! Unser Hostel hier liegt voll schoen in so einem Viertel, wo lauter alte Haeuser und kleine Gassen sind, sehr cool! Haben schon leckere Pfannkuchen gespeist, die hier ein bisschen anders schmecken als in Shanghai und Nanjing, aber geil wie immer! Ja Lotta, lecker!

Am Freitag oder Samstag wollen wir weiter nach Lijiang, das liegt im Suedwesten von China und am Fusse des Himalaya! Hoffentlich schaffen wir es auch, es ist naemlich glaub ich gar nicht so einfach. Erstmal fliegen wir wahrscheinlich nach Kunming und dann fahren wir von da aus nochmal nen ganzen Tag oder eine Nacht Bus. Lijiang soll eine sehr tolle Altstadt haben und man kann da wandern. Ausserdem ist es da waermer, das ist gut. Und auf Empfehlung von Friederike werden wir bei einer Mama unterkommen. Bin gespannt!

So das wars, in diesem Hostel kostet das Internet unverschaemter Weise.

1 Kommentar 1.2.10 13:22, kommentieren

Zusatz

Eigentlich fehlt noch was, und zwar dass ich nicht nur so glücklich war in der letzten Woche. Weil nämlich meine Oma gestorben ist und ich gar nicht tschüs sagen konnte und kann von hier aus und das irgendwie so fern und doch so nah ist und ... schwierig.

1 Kommentar 16.1.10 17:10, kommentieren

Wehmut

 

Irgendwie klappt das nicht so mit dem regelmäßig schreiben hier. Es gibt immer so viel anderes zu tun. Aber heute mal wieder. Ein schöner Samstag war das heute. Ich war mit der lieben Österreich-Kathi im Park beim Hongkou Football-Stadium im Norden von Shanghai und wir haben die Gassen ringsherum erkundet und viel geschlemmt, an jeder Ecke ungefähr. Dieser Park ist toll. Lotta ist auch in das Vergnügen gekommen. Er ist deswegen so toll, weil es da so laut ist und so chinesisch. Laut ist es, weil überall Karaoke gesungen oder bessergesagt geschrien wird: Da bringen Leute einfach riesige Anlagen mit, bauen sie da auf und dann wird gesungen. Laut, sehr laut und eine direkt neben der anderen, so dass sie noch lauter machen um sich gegenseitig zu übertönen. Heute war ganz hinten im Park sogar ein Blaskapelle mit Schlagzeug und allem, einfach so auf der Wiese im Park, zum Spaß. Und ein mittelaltes Paar hat spontan angefangen zu der Musik zu tanzen. Die Chinesen sind da so anders! Was die alles so machen im Park. Lauter Sachen für die man für verrückt erklärt werden würde, würde man sie in einem Park in Deutschland oder so tun. Sie laufen stundenlang rückwärts, stehen auf einem Fleck und streichen sich über den Kopf, hängen sich an Bäume um komische Bewegungen zu machen oder singen alleine laut rum. Und das alles ohne diesen Selbstdarsteller-Touch, den sowas in der westlichen Welt hätte. Die machen das einfach so für sich, weil sie Spaß dran haben. Das kann man sich glaub ich nicht vorstellen, wenn mans nicht gesehen hat. Wie so vieles hier.

Die Zeit hier mit meiner Lotta war eine herrliche Zeit. Wir haben es uns sehr gut gehen lassen. Haben lecker gespeist, viel angeschaut und waren dauernd im tollen Chinesen-Yes-Club tanzen. Und geschwätzt haben wir. Schön war das.

Ich will gar nicht dran denken, aber es ist so: In einem guten Monat werd ich hier tschüs sagen und zurück fliegen nach Deutschland. Zwei Wochen arbeite ich noch in der Schule und dann hab ich noch Zeit zum reisen und Shanghai genießen. Am 30.1. kommt die Mare und macht mit, juhuu!

Es ging mir noch nie so wie gerade, dass ich nicht wollte, dass die Zeit vergeht. Ich hatte immer die Einstellung, dass es immer irgendwie weitergeht und alles sich verändert und dass das gut ist, weil sich so Neues entwickeln kann, ich mit weiterentwickeln kann. Weiterentwickeln will ich mich immer noch, aber ich würde am liebsten die Zeit anhalten, damit ich nicht hier weg muss von meinen Kindern und der Arbeit in der Schule, von meinen wenigen aber sehr guten Freunden hier, von Shanghai, den Chinesen und meinem Leben hier. Mein Leben wird weitergehn, aber anders. Es ist so gut hier, sooooo gut. Ich bin glücklich. Glücklich wie ich weiß nicht wann, ich glaube wie noch nie. Einfach glücklich, entspannt und froh. Ich will nicht weg. In Deutschland wartet das Studium. Das nervt. Natürlich kann ich wieder mal irgendwann hierher kommen, aber dann wird alles anders sein. Shanghai verändert sich schon in zwei Wochen an einzelnen Stellen so, dass man sie nicht wiedererkennt und ich werde mich verändern. Diese Wehmut hilft nicht, ich weiß. Aber sie hindert mich auch nicht daran, die letzte Zeit hier zu genießen. Das tu ich nämlich sehr ausgiebig. Unter der Woche ist nicht viel Zeit für irgendwas anderes als arbeiten, essen, schwimmen und schlafen. Aber das macht nix, weil ich das alles genieße, vor allem die Arbeit in der Schule. Noch nie hat mir so eine tägliche verpflichtende Beschäftigung so viel Spaß gemacht. Das ist schön, aber warum muss es schon so bald vorbei sein? Wie ist es überhaupt möglich, dass ein halbes Jahr so schnell rumgeht? Das frag ich mich oft in letzter Zeit. Ein halbes Jahr, so voll mit Eindrücken und Erfahrungen, wie kann das einfach schwuppdiewupp schon fast vorbei sein?

Aber eigentlich wartet in Deutschland auch ein gutes Leben auf mich. Z.B. die Judith als zukünftige Mitbewohnerin in unsrer mir bis jetzt nur durch Fotos bekannten neuen Wohnung in Mannheim und natürlich alle meine anderen lieben Leute. Außerdem auch die Aussicht darauf nicht mehr ewig zu studieren. Und meine neue Freundin die Freiheit, die wird mich von Shanghai nach Mannheim begleiten, ich nehm sie mit.

Das einzig blöde am hiersein ist, dass ich meine geliebte Oma nicht noch mal sehen konnte und nicht bei meiner Familie sein kann um zusammen traurig zu sein. Das macht mich traurig und wütend, aber beamen geht halt nicht. Schade.

Vom Johannes hab ich mich getrennt. Komisch so auf die Entfernung, traurig, aber trotzdem richtig für mich.

Ich kann gar nicht so genau sagen was es ist, was hier so toll ist und mich so wehmütig werden lässt. Schon allein das Busfahren hier werd ich vermissen: Zwischen lauter Chinesen eingequetscht zu stehen, aus dem Fenster zu gucken und Shanghai zu sehen, diese total verschiedenen Ecken davon und dabei die schlechte und schöne Expo-Musik zu hören, die die Bus-Fernseher ständig spielen. Das herrliche und so günstige Essen werd ich vermissen, die Gassen mit dem alten heruntergekommenen kleinen Häuschen, in denen tatsächlich Menschen leben, die Unterhosen, die einem überall von Wäscheleinen herunter vor der Nase rumbaumeln, die riesigen Hochhäuser, die Hochstraßen, das Getummel und Gewimmel und das laute Gesinge in den Parks und die gleichzeitig herrschende friedliche und entspannte Atmosphäre, das nicht-bösgemeinte Hupen von Autos und Rollern, die billigen Taxis, meine Lieblings-Erdnuss-Süßigkeit, natürlich der Bobbel-Milchtee, die Kinder!!! Oje fast alles. Einfach das Gefühl von Shanghai. Eines werd ich allerdings nicht vermissen und das ist das Gerotze. Echt nicht so appetitlich und ich kann mich nicht drangewöhnen.

Ich bereue meine Entscheidung nicht noch länger hier zu bleiben. Ich weiß, das wird schon irgendwie Sinn machen, hoffentlich. Wenn ich dann wieder in Deutschland bin und das sehen kann. Aber grad kann ich`s nicht sehen. Grad will ich nur hierbleiben. Aber man soll ja gehen, wenn`s am schönsten ist! Was für ein blöder Spruch, da konnte ich mich eh noch nie dran halten und wer will das schon? Also ich nicht. Aber naja, jetzt muss ich wohl. Wird schon gut sein. Und ich verlier ja nix. Ich nehm ganz viel mit. Ein tröstlicher Gedanke.

Ich mach einfach weiter mit dem Genießen, das ist ein guter Plan!

1 Kommentar 16.1.10 17:01, kommentieren

Shanghai, Shanghai!

 

Die Zeit vergeht viel zu schnell!!!! Verdammt. Ich werd jetzt schon manchmal ganz wehmütig, wenn ich dran denke, dass ich bald wieder im langweiligen Deutschland bin. Ich meine, Deutschland ist auch toll. Aber dann komm ich vielleicht nie mehr nach China. Nie mehr nach Shanghai. Und wenn doch, dann ein iner ganz anderen Situation. So ist das aber nun mal, man kann ja nicht alles haben. Und solang ich Shanghai noch „hab“, will ichs genießen und auskosten!!! Aber ich werde auch die Arbeit hier vermissen. Hab gar keine Lust mehr auf doofe Studiererei. Mit der Arbeit hier bin ich zwar zeitlich viel unflexibler und arbeite glaub ich auch mehr, aber dafür machts mehr Spaß und man tut halt wirklich was! Das ist wunderbar. Und ich will meine lieben Kinderleins hier auch gar nicht abgeben an irgendeine neue Schulassistentin. Ich hab die so liebgewonnen. Naja, zum Glück ist es ja noch nicht so weit. Obwohl die bittere Wahrheit so aussieht, dass jetzt noch eine Woche Schule ist, dann sind drei Wochen Weihnachtsferien und dann arbeite ich noch einen Monat. Nein, da will ich gar nicht dran denken. Und die Ferien werden cool, da ist ja die Lotti hier! Und wahrscheinlich klappt es, dass die Mare im Februar kommt und wir zusammen rumtouren! Juhuuuu!

Aber ich bin froh, weil China und Shanghai irgendwie immer ein Teil von mir sein werden. Das geht ja nicht verloren, die Zeit hier und die Erfahrungen, die man hier so macht. Nur schade, dass sich Shanghai so schnell verändert. Wenn ich irgendwann wieder herkommen sollte, dann erkenn ich bestimmt kaum was wieder. Aber das ist eben Shanghai!

Jetzt ist aber Schluss mit dieser Endzeitstimmung, es sind noch 2 Monate Marie!

Die Hospitation in der chinesischen Grundschule war übrigens sehr interessant und herzallerliebst. Wir haben Englisch-Unterricht gesehen, Musik und Sachkunde. Englisch hatte natürlich den Vorteil, dass wir da auch was verstehen konnten. Nicht ganz ungeschickt. Aber die anderen Stunden waren auch spannend, trotzdem. Da herrscht schon ne ganz andere Disziplin und man merkt sofort, dass es ganz viel um Auswendiglernen geht – dauernd wiederholen die irgendwelche Sätze zusammen, voll gut trainiert sind die! Naja, anders halt. Wenn jemand was sagt, dann steht er auf und melden tun die sich auch ganz komisch, mit der ganzen Hand und der Arm ist nicht gestreckt, sondern so angewinkelt. Kanns nicht richtig beschreiben, aber es hab ein bisschen was Militärisches... Es war aber sooo beruhigend und angenehm zu sehen, dass diese Schüler auch einfach nur Kinder sind, mit Quatsch im Hirn, viel Energie und eben jeder ganz verschieden. Zum Glück. Keine Roboterkinder. Davor hatte ich ein bisschen Schiss. Aber is gar nicht so. Diese Grundschule ist glaub ich ne eher gute Schule, die waren nämlich ziemlich gut ausgestattet, mit Beamer und PCs und allem. Klimaanlage gibt’s dafür keine und in einem Klassenzimmer hing ein Thermometer, darauf stand: 7°C. Kuschlige Themperatur, oder? Der Unterricht lief in allen drei Stunden über ne Powerpoint-Präsentation. Sehr befremdlich irgendwie, so ist halt alles krass durchgeplant. Das merkt man auch an den Stundenzeiten. Unsere letzte Stunde hat z.B. um 12.36 Uhr geendet. Jaja, so ist das hier. War aber echt ne Erfahrung und mir hats voll Spaß gemacht. In Musik haben wir dieses Nikolauslied vorgesungen (Lusig, lustig... blablabla...) und da haben sie sich gefreut, die Schüler.

Dieses Wochenende haben wir eine Fortbildung. Da geht’s um so ein Programm (KonLab), mit dem man Kindern, die Deutsch als Zweitsprache lernen, und Kindern mit Spracherwerbsstörungen helfen kann Deutsch zu richtig lernen. Das orientiert sich daran, wie Babies die deutsche Sprache lernen. Sehr interessant. Deutsch ist voll logisch stell ich da fest! Wirklich, es gibt viel mehr Regeln und viel weniger Ausnahmen als ich dachte! Ich versteh jetzt z.B. warum man Schiene mit, Maschine aber ohne „ie“ schreibt. Voll logisch! Warum man allerdings Tiger ohne „ie“ schreibt ist mir immer noch schleierhaft. Aber naja, ein paar Ausnahmen muss es halt geben. Is ok. Das hört sich vielleicht langweilig an, aber ich find es wirklich extrem spannend! Was ich da erfahr hat eben auch viel mit dem zu tun, was ich so mit den Kinders in der Schule mache. So macht Theorie-Lernen echt Sinn! Wenn mans mit was verknüpfen kann. Schön. Die äußeren Umstände dieser Fortbildung sind allerdings auch nicht zu verachten: Wir sind da in einem super schicken 5 Sterne Hotel. Also nur tagsüber, is ja in Shanghai. Aber das ist so schick, ich war noch nie vorher in so nem schicken Hotel! Für die LehrerInnen hier ist das nix Besonderes. Für mich schon. Wir haben da so richtige Sitzungs-Tische mit schwarzem Samt bezogen, die Stühle sind weiß glänzig... uhhh und es gibt hammer das geile Essen!!! Das Buffet ist echt so krass, sowas gibt’s gar nicht! Und das kriegen wir spendiert von unsrer Bonzenschule. Fein.

Ich hoffe, ich werde den heutigen Tag wach überstehen, bin nämlich jetzt schon totmüde. Gestern waren wir auf nem Raggae-Konzert, das war toll!!! In der Band spielt ein „Lehrer“ von der Schule mit, der betreut die deutschen und französischen Schülerbands. Raggae auf chinesisch hatte ich vorher noch nicht gehört. Hört sich aber gut an! Leider bin ich nur jetzt noch müder als gestern. Ich bin auch so doof und hab gedacht es würde heute um 8 losgehn, dabei geht’s erst um 9 Uhr los. Tja Pech.

Hach, was soll ich sagen, mir geht’s gut! Wunderbar. Immer mal auch scheiß beschissen, aber das gehört dazu. Alles sehr intensiv hier, das haben Friederike und ich gestern festgestellt, als wir in einem relativ neuen Taxi saßen und uns wahnsinnig über die Unabgenutztheit des Gefährts gefreut haben. Es hatte sogar noch Stoßdämpfer und man wurde nicht die ganze Zeit auf und ab geschleudert! Nicht dass Taxi fahren hier sonst nicht gut wäre, es ist sogar sehr gut. Billig und bequem. Aber es geht eben immer auch noch bequemer und ich freu mich, dass ich mich über sowas freuen kann. So das war das Wort zum Sonntag.

Es ist ja Nikolaus heute! Davon merk ich gar nix. Nicht schlimm. Dafür hab ich einen tollen Adventskalender: Jeden Tag schickt mir der Johannes ein schönes Liedchen und das hör ich mich dann an – immer und immer wieder. Ein guter Adventskalender.

6.12.09 01:08, kommentieren

Nanjing und Alltag

 Es ist kalt!!! Richtig kalt. Das kam sehr plötzlich vor zwei Wochen ungefähr. Das Doofe ist, dass es keine Heizungen gibt. Die sind nämlich südliche vom Jangtse nicht erlaubt, aus Energiespargründen. Das ist ein Witz, weil dafür nämlich alle Leute hier (die sich`s leisten können) dafür mit Klimaanlagen heizen und dass ist voll die krasse Energieverschwendung! Also ich kenn mich da ja nicht so gut aus, aber richtig sinnvoll erscheint mir dieses Gesetz nicht. Außerdem ist es bescheuert, weil die erstmal gescheit isolierte Häuser bauen müssten, wenn sie vorhaben Energie zu sparen. Hier ist es drinnen so kalt wie draußen und zwar sofort, wenn man nicht die Klimaanlage anhat. Naja, fast.

Aber es ist nicht schlimm, zum Glück ist es in der Schule warm. Diesen Mittwoch darf ich in einer chinesischen Grundschule hospitieren und da gibt’s keine Klimaanlage zum heizen – nix. Da ist es dann einfach schweinekalt. Und alle sitzen im Wintermantel in den Klassenzimmern. Ich bin gespannt.

Am Wochenende war ich mit der Friederike in Nanjing. Das war guuuut! Urlaub. Leider Regen und kalt, aber wir hatten ein sehr gemütliches Zimmer im Hostel mit geiler Rosentapete und Klimaanlage zum warm machen. Und einem eigenen Bad, was für ein Luxus. Nanjing ist toll glaub ich. War halt nur kurz. Wir waren da bei einem Ming-Grab, das war eine riesige Anlage auf einem Berg bei Nanjing. Sehr schön wars da. Und lauter Wald ringsrum! Wald! Schön! Grün! Gute Luft! Einfach herrlich. Und wo wir hinkamen waren wir eine Attraktion. Friederike mehr als ich, sie ist nämlich blond.

Nach Nanjing bin ich jetzt zum ersten Mal Zug gefahren. Das war auch ein tolles Erlebnis, weil wir alles so gut hingekriegt haben. Ist auch nicht so schwer. Halt voll und anstrengend. Aber nur bis man im Zug ist. Da ist es richtig luxuriös, wie im ICE in Deutschland. Und es ist billig!

Wir waren in Nanjing noch im Massaker-Museum. Da geht um ein Massaker, das die Japaner im zweiten Weltkrieg in Nanjing angerichtet haben. Das war sehr interessant... sehr anti-Japan. Und irgendwie fast scheinheilig-grotesk wie der Frieden verherrlicht und der Krieg verdammt wird da. Wenn man überlegt was hier in China alles so passiert... Naja. Interessant.

Die Zeit vergeht viel zu schnell, ich krieg manchmal schon ein bisschen Angst, dass es plötzlich rum ist, die Zeit hier.

Ich freu mich auf die Lotta! Wir machen dann wahrscheinlich noch einen Kurzurlaub in Peking und fahren vielleicht auch nach Nanjing, mal sehn. Peking ist halt noch viel kälter als Shanghai...

In der Schule läufts gut, aber es wird immer mehr Arbeit... und ich merke, wie viel ich kann. Das ist doch schön. Und ich merke auch, dass ich nicht alles können muss. Beruhigend. Gute Mischung.

Jetzt muss ich noch schnell eine Weihnachtsmann-Karte basteln, damit die fünf DaZ-Jungs das morgen nachbasteln können...

1 Kommentar 30.11.09 13:30, kommentieren

Hainan-Fotos

Hab auch Fotos von Hainan ins Netz gestellt. Hier nochmal der Link: http://www.flickr.com/photos/8678612@N06/

2 Kommentare 31.10.09 17:25, kommentieren

Hainan und so weiter

 

Endlich schreib ich mal wieder. Mein Hainan-Urlaub war sehr toll! Ist schon wieder so lang her. Drei Wochen glaub ich. Fünf Tage lang sind Alma und ich mit Elektrorollern über die Insel gefahren. Das war ein Erlebnis!!! Wir sind ein bisschen an der Ostküste entlang nach Norden gefahren und dann durch die Berge wieder zurück. Haben uns immer einfach da was zum Übernachten gesucht, wo wir abends angekommen sind. So sind wir in Orte gekommen, in die sich sonst kein Tourist verirrt und haben die geilsten Landschaften gesehen! Das war so spannend! Die Leute da kennen keine Westler, wir waren voll die Attraktion da. Ohne die Alma, die ja Chinesisch spricht, hätte ich mich das nie getraut. Wär auch ziemlich kompliziert gewesen, weil da echt niemand Englisch kann. Unsere Unterkünfte waren sehr einfach und manchmal eklig, aber das ging schon mal. Mit den tollen Elektrorollern konnten wir nicht sehr schnell fahren und außerdem halten die Akkus einfach nicht sehr lang, so dass wir fast jeden Abend irgendwann auf irgendeiner Straße standen und bis zur nächsten Steckdose schieben mussten. Die meisten Leute denen wir da begegnet sind waren sehr hilfsbereit und so konnten wir unsre Roller immer in einem Restaurant oder einer Werkstatt oder auch einfach bei Leuten vorm Haus aufladen. Einmal wars etwas schwierig, weil die Roller mitten im Nirdendwo auf einer einsamen unbeleuchteten Straße (unbeleuchtet waren sie eigentlich alle) stehengeblieben sind und es schon bald dunkel wurde... tja, da haben wir dann also geschoben und uns immer gefreut, wenns bergab ging. Ein Mann mit einem klitzekleinen Motorradtaxi wollte uns abschleppen, aber das war total unmöglich! Der hatte ernsthaft vor unsre Roller und uns mit seinem Taxi zu transportieren. Ich weiß nicht, ob ihr euch die Dimensionen vorstellen könnt, aber so ein Motorradtaxi ist echt winzig, da können sich grad so zwei Leute reinquetschen. Und niemals passt da auch nur ein Roller drauf. Aber er wollte es unbedingt probieren und in unsrer Verzweiflung und weil wir dachten, der wird schon seine Tricks haben und ein Beladungskünstler sein, wie so viele Chinesen (es ist unglaublich, was hier auf einem Fahrrad alles transportiert wird, gestern hab ich eins gesehen, das war mit Styropor-Dingern beladen, höher als ein LKW!!!), haben wir ihn irgendwann probieren lassen, nachdem er ewig neben uns hergefahren ist, während wir den letzten Saft aus den Rollern geholt haben und auf der Straße dahingekrochen sind. Diese Situation war herrlich: Eine unmögliche Mission, aber Alma und der schmächtige Chinese in seinem weißen Hemd haben versucht den einen Roller auf das Taxi zu hiefen und da kam ein anderer Mann auf nem Motorrad vorbei, auf das er hinten eine riesen Box draufgeschnallt hatte, aus der die schlechteste Musik aller Zeiten in einer krassen Lautstärke kam. Der Mann mit dem Musikmotorrad hat angehalten und ungläubig zugeguckt. Irgendwann haben sies dann aufgegeben und wir haben weiter geschoben. Das klingt jetzt vielleicht nicht so beeindruckend, aber ich stand da daneben und war erschöpft und albern und verzweifelt (nicht wirklich) und hab einfach nur gelacht. Das war ein herrliches Bild... mit Ton! Nach einer halben Stunde weiterschieben und runterrollen und lachen kam dann ein Mann in einem größeren Gefährt mit richtiger Ladefläche vorbei. Da wars schon ziemlich dämmrig und der Mann hat uns und die Roller in zwei Fuhren ins nächste Dorf gefahren. Guter Mann. Ein besoffener Chinese der da auf der Straße rumstand, keine Ahnung warum, hat auf den einen Roller aufgepasst, während wir den anderen ins Dorf gefahren haben. Das war wirklich ein Abenteuer... In einer anderen Nacht hat ein Mann eine halbe Stunde lang mitten in der Nacht an unsre Zimmertür geklopft und uns damit voll Angst gemacht! Der hat einfach nicht aufgehört, wollte dass wir die Tür aufmachen und rauskommen, irgendwann meinte er, er wollte uns zum Essen einladen... und er hat probiert die Tür aufzukriegen. Zum Glück war er dazu glaub ich zu besoffen, das Schloss bestand nämlich nur aus einem wackeligen Riegel. Keine Ahnung was der wirklich wollte, der chinesische Johannes meinte als ich ihm davon erzählt hab, dass der uns ausrauben wollte und dass das öfter vorkäm. Nun ja. Der Urlaub war also aufregend. Die restliche Zeit, nachdem die Alma zurück nach Deutschland geflogen ist, hab ich in Sanya, DER Touristenstadt auf Hainan, verbracht. Das war auch ganz nett, ich war eigentlich nur am Strand. Und ich war nicht ganz alleine, weil Sebastian und eine andere Praktikantin von der Schule (Nina) auch da waren. So war der Urlaub eine schöne Mischung aus Abenteuer und Gammelei.

Jetzt bin ich schon eine ganze Weile hier in China und es gefällt mir immer noch! Immer besser sogar. Aber es gibt auch nervige bzw. schreckliche Sachen. Nervig ist, dass es immer so lange dauert, bis man von einem Ort zum anderen kommt. Wir wohnen U-Bahn-mäßig ziemlich ungeschickt und die Busse stehen halt immer im Stau. Also immer, wirklich immer. Nachts ist kein Stau, aber da fahren auch keine Busse mehr, da muss man Taxi fahren. Schrecklich an China ist z.B., dass keiner hilft, wenn in diesem mörderischen Verkehr hier mal jemand unter die Räder kommt. Das liegt nicht daran, dass die Chinesen weniger hilfsbereit wären, sondern an den rechtlichen Scheiß-Bedingungen. Es ist hier nämlich so, dass man als Erste-Hilfe-Leister ganz schnell angeklagt wird und zahlen muss. Keine Ahnung, wie das genau ist, aber nicht gut auf jeden Fall. Also lassen da alle lieber die Finger davon. Wurde uns auch so gesagt, dass wir das nicht machen sollen. Am Donnerstag hab ich in der Schule bei nem Erste-Hilfe-Auffrischungskurs mitgemacht, weil ich nächste Woche mit der dritten Klasse auf Klassenfahrt fahre. Das war gut, hab gar nix mehr gewusst von dem Führerschein-Erste-Hilfe-Kurs. Und am Freitag auf der Heimfahrt von der Schule lag vor dem Bus mitten auf der Straße ein Mann, neben ihm sein Roller. Der hat geblutet und war bewusstlos und die Leute standen einfach nur um ihn rum, keiner hat was gemacht. Irgendwann kam dann schon die Polizei, aber kein Krankenwagen. Das mit den Krankenwagen ist nämlich auch so ne Sache: Die kommen nicht durch! Und meistens ist da auch kein Mediziner drin, nur Fahrer und keine Ausstattung. Echt schlimm. Und es war ein beschissenes Gefühl da nix machen zu können. Naja, also das ist sowas, was ich hier scheiße find. Kann man nur hoffen, dass einem nix passiert.

Heute Abend war ich bei einer Halloween-Dumpling-Party von Kerstins Sprachschule. Das war witzig, weil wir da Dumplings selber gemacht haben auf dem Hof vor der Schule. Dumplings sind so ganz geil leckere Teigtaschen, wie Ravioli so ähnlich. Danach durften wir sie natürlich auch essen und dazu gabs Getränke und alles umsonst. Das war fein.

Ja und nächste Woche fahr ich dann mit der dritten Klasse, in der ich mithelfe, auf Klassenfahrt. Bin sehr gespannt, wird sicher anstrengend... Aber ich mag die Klasse und auch die Erwachsenen, die mitfahren. Da fahren nämlich alle dritten Klassen zusammen. Die Nina (die Praktikantin, die auch auf Hainan war) ist auch dabei und die Kerstin, die ist nämlich Klassenlehrerin von meiner dritten Klasse.

Um euch ein bisschen neidisch zu machen: Das Wetter hier ist sommerlich warm! Herrlich! Bei der Dumpling-Party heute saß ich abends im T-Shirt draußen... und tagsüber ist es teilweise noch bzw. wieder richtig heiß. Demnächst solls aber kalt werden. Das wird dann scheiße, weils hier keine Heizungen gibt.

Und: Juhuuu, die Lotta besucht mich in den Weihnachtsferien!

31.10.09 17:18, kommentieren

Ferien!

 

Heute muss ich mal wieder meine Liebe zu dieser Stadt und den Menschen hier aussprechen: Ich liebe Shanghai und die Leute hier! Komisch, wie man sich in so einer riesen-riesen-riesen Stadt so aufgehoben fühlen kann! Und diese Chinesen, die sind mir so sympatisch: So freundlich und oft so lustig, manchmal schüchtern und manchmal gar nicht. Und im Gegensatz zu vielen Westlern sind sie nicht so eklig überheblich. Das kann man natürlich alles nicht so pauschal sagen, es gibt natürlich auch hier die unterschiedlichsten Menschen. Aber so die Richtung, die gefällt mir.

Vielleicht liegt meine Euphorie auch ein bisschen an der Tatsache, dass ich jetzt Ferien hab, das Wetter endlich mal wieder schön ist und ich am späten Abend nach Hainan fliege und dort die Alma treffe! Schöne Aussichten. Hab auch ein bisschen Schiss, ob das alles so klappt und ich da ankomme, wo ich hin will. Aber es wird schon gehen. Ist auch aufregend irgendwie, ein kleines Abenteuer! Und der China-Johannes hat mir gesagt, dass ich ihn immer anrufen kann, wenn ich nicht weiterkomme ohne Chinesisch.

A propos China-Johannes (ein bisschen blöd, das immer so zu schreiben, aber sonst kommt es noch zu Verwirrungen mit meinem Liebsten), bei dem war ich ja am Dienstag zu Besuch. Das war sehr schön! Seine Mama hat uns bekocht und ich hab einfach alles probiert und sogar die Flusskrebse und die riesen Shrimps und so ein Glibberzeug-Seafood (ich mag eigentlich kaum was, das aus dem Wasser kommt). Und das war alles voll lecker!!! Echt jetzt. Hat gar nicht nach Meer geschmeckt. Nur ein bisschen schwierig das mit Stäbchen zu essen, also hab ich gesaut. Und die Mutter vom Johannes war sehr nett, am Ende hat sie mir eine Flasche selbst gemachten Wein abgefüllt und mitgegeben und natürlich Mondkuchen. Morgen wird nämlich in China das Mondfest gefeiert und da schenkt man sich Mondkuchen gegenseitig. Ich hatte keine zum verschenken, dafür hab ich gute RitterSport Schokolade mitgebracht (die gibt’s hier zum Glück, aber halt teuerer). Die Wohnung vom Johannes und seinen Eltern ist total winzig. Sein Zimmer ist ungefähr so groß wie mein Bett – da kommt man sich schon ein bisschen komisch vor, wenn man so im Luxus lebt wie wir... Obwohl die Wohnung objektiv gesehen ziemlich ungemütlich eingerichtet war (in China gibt es keine Gemütlichkeit, sogar das Wort dafür fehlt in der Sprache), hab ich mich sehr wohl und heimelig gefühlt. Es war irgendwie schön bei einer Familie zu Gast zu sein. Eigentlich wollten wir nach dem Essen ins Kino gehen, aber da liefen nur chinesische Filme, also haben wir einen Film am Laptop geguckt. Und ich hab das Haustier vom Johannes gesehen: Eine riesigen wuschelige Art von einer Maus. Die Nase von dem Tier sah ein bisschen rüsselig aus. Lustiges Tier, aber arm dran, weil es in einem ziemlich kleinen Käfig wohnt (für chinesische Verhältnisse ist der wahrscheinlich groß.

Gestern (unser erster Ferientag!) hab ich die Kathi besucht. Die wohnt mit ihrem Freund hier in einer tollen Wohnung im 32. (!) Stock mitten in Shanghai. Beneidenswert. Und sie haben einen Backofen (auch das ist beneidenswert) und mit dem hat die Kathi gestern einen herrlichen Apfelstrudel gebacken! Später sind wir los gezogen, haben erst ihren Freund bei seiner Arbeit abgeholt und sind dann durch die Taikang Lu gelaufen. Da war ich vorher noch nicht und ich war ganz entzückt! Das sind lauter kleine Gassen, total verwinkelt und zum verirren, in denen viele kleine nette Kneipen, Restaurants und Geschäfte sind. Relativ teuer eben und touristisch, aber sooo schön. Da muss ich unbedingt bald wieder hin zum durchschlendern. Danach hat die Kathi eine selber-zusammenstell-Suppe mit Fliege drin gegessen. Lecker. In meiner Suppe neulich, war auch eine Fliege drin, aber die war winzig. Kathis nicht. Naja, wir haben trotzdem weitergegessen. Ja und danach haben wir uns mit Johannes, der seine Kusine mitgebracht hat, Silvia und ihrem Freund und Sebastian getroffen um das Feuerwerk zum 60. China-Geburtstag anzugucken. Bombastisch und 60 Minuten lang war es. Am Straßenrand standen Fahrräder mit einer Zuckerwattemaschine hintendrauf! Habs fotografiert, das sah echt so herrlich aus. Nach dem Feuerwerk sind wir in der Französischen Konzession in einem Döner-Restaurant gelandet und später im Zapatas, das ist eine Westler-Bar. Von diesem Laden hatte ich vorher nur gehört, dass es da oft Cocktails billiger oder manchmal auch für Frauen umsonst gibt und dass das der One-Night-Stand-Abschlepp-Ort ist. Tatsächlich war es da gar nicht so schlecht. Naja, die Leute... aber sonst war es ganz nett. Die Kusine vom Johannes war so goldig, sie war nämlich noch nie vorher in so einer Bar (da war laute Musik und es wurde getanzt) und hatte ein bisschen Respekt, deswegen hat sie dann meine Hand genommen, damit wir uns nicht verlieren. Das machen Chinesen voll oft, sieht man dauernd auf der Straße. Nicht nur Frauen, auch Männer nehmen sich an der Hand und laufen so rum. Ich war erst etwas überrascht, hab mich dann aber sehr chinesisch gefühlt! ;-) Ich glaub es hat ihr ganz gut gefallen, sie hat immer gesagt, dass sie es so interessant findet, vor allem dann, als Frauen und Männer auf die Bar geklettert sind und da getanzt haben. Das hat sie sehr fasziniert – mich aber auch... War ein sehr schöner Abend gestern.

Vorhin war ich ein bisschen shoppen, da gibt’s ein niegelnagelneues Einkaufszentrum hier in unsrer Straße – voll schick und riesengroß! Hab eine tolle große Tasche gekauft und ein Kulturbeutelchen. Und mal wieder einen Lecker Bobbel-Milch-Tee! Mmhhhh! Diese Bobbels sehen ein bisschen so aus, wie überdimensionaler Kaviar.


So, in drei Stunden brech ich auf! Hui! Ich bin sehr gespannt. Am Mittwoch war da ein Taifun auf Hainan, aber jetzt ist das Wetter besser, das ist fein.

3 Kommentare 2.10.09 09:19, kommentieren